Vorkommen des Rotwildes in den niedersächsischen Gemeinden

(%-Anteil der Reviere mit Stand- und Wechselwild)

Quelle: Wildtiererfassung Niedersachsen

Quelle der kartografischen Grundlage: Nds. Landesamt für Ökologie Geosum (Geosumserver Nds. Umweltministerium, Stand 2002)

Vorkommen in Niedersachsen

Die gute Anpassungsfähigkeit, die das Rotwild in der Überlebenstaktik während der Eiszeiten bewiesen hat, erkennt man auch heute noch an seinem variablen Verbreitungsgebiet. Das Rotwild kommt in Schottland, auf Meeresniveau und ebenfalls in den Alpen bis in eine Höhe von 2000 m ü. NN vor. 

Das Rotwild ist einer der letzten großen freilebenden Pflanzenfresser Europas. Es lebte ursprünglich in versteppten Waldlandschaften der Gebirgsregionen und des Flachlandes. Da Rotwild die Nähe des Menschen meidet, hat es sich aufgrund der starken Besiedlung und Frequentierung seiner Lebensräume immer weiter aus diesen Lebensräumen zurückgezogen. Es kommt heute fast ausschließlich in großen geschlossenen Waldgebieten vor. Auch die natürlichen saisonalen Wanderungen in die Talauen der großen Flüsse sind heute aus verschiedenen Gründen nicht mehr möglich. Örtliche und damit auch genetische Verbindungen der einzelnen Populationen untereinander werden zumeist durch Verbauung (Siedlungen, Straßen, Bahntrassen usw.) verhindert. Durch die Lebensraumeinengung kann es zu verstärkten Verbiss- und Schälschäden kommen.

Um das Rotwild in unserer Kulturlandschaft auch für nachkommende Generationen erhalten zu können, sind verstärkt lebensraumverbessernde Maßnahmen notwendig. 

Unser heimisches Rotwild nimmt ausschließlich pflanzliche Nahrung zu sich. Seinen Wasserbedarf deckt es im Winter auch durch zwischenzellulares Wasser von Pflanzen. Deshalb steigt in starken Frostperioden die Gefahr von Verbiss, sowie in langen Trockenperioden die Gefahr von Schälschäden. Insbesondere in Regionen wie der Lüneburger Heide kann dieses zu wirtschaftlichen Forstschäden führen.  

Die insgesamt 110 Hochwildhegegemeinschaften Niedersachsens stellen eine umfassende und flächendeckende Hege des Rotwildes in seinem natürlichen Lebensraum sicher. Neben einer einheitlichen Abschussplanung umfasst dieses Management auch intensive lebensraumverbessernde Maßnahmen, die eine wichtige Voraussetzung für die Erhaltung dieser Wildart darstellen.