Rotwild  (Cervus elaphus)

Rotwildgenetik

Zum 1. Juni 2025 startete in Niedersachsen ein Projekt zur Untersuchung der genetischen Situation des Rotwildes. Projektpartner sind die Universitäten Gießen und Göttingen, die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover sowie die Landesjägerschaft Niedersachsen. Ziel ist es, die genetische Vielfalt und Vernetzung der Rotwildpopulationen in Niedersachsen zu erfassen und wissenschaftlich zu bewerten.

Wie kann ich mich als Jägerin oder Jäger beteiligen?

Bitte entnehmen Sie bei erlegten Tieren ein etwa 2 × 2 × 2 cm großes Stück Gewebe, beispielsweise aus der Zunge. Alternativ eignen sich auch Muskulatur, Lunge oder Milz. Geben Sie die Probe in einen Gefrierbeutel. Bitte nur eine Probe pro Beutel und versehen Sie diesen mit einer gut leserlichen, wischfesten Beschriftung, mindestens mit Datum und Erlegeort. Anschließend sollte die Probe eingefroren werden (siehe Infoblatt Probenentnahme). Die erforderlichen Probenbegleitscheine können Sie hier und am Ende dieser Seite herunterladen. Die Abholung der Proben erfolgt durch die Projektpartner.

Alternativ kann das Probentütchen mit den QR Code verwendet werden, diese erhalten Sie über die Kontaktpersonen, s.unten.

Die Ergebnisse der Studie werden nach Abschluss des Projekts veröffentlicht. Auf Wunsch können die Resultate zudem in Rotwildhegegemeinschaften oder Jägerschaften durch die beteiligten Wissenschaftler vorgestellt werden.

Das Projekt wird von der Landesjägerschaft Niedersachsen unterstützt und durch Jagdabgabemittel des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert.

Wir freuen uns über Ihre Mithilfe!

Grundsätzlich kann jede Jägerin und jeder Jäger Proben für das Projekt bereitstellen. Für eine effiziente Organisation der Probensammlung und späteren Probenabholung empfiehlt sich jedoch eine Koordination über regionale Ansprechpartner. Wenn Sie Proben beisteuern können, wenden Sie sich bitte an Frau Reinhild Gräber (Kontakt: siehe unten), die die Probensammlung und Probenabholung innerhalb des Projekts koordiniert.

Hintergrund des Projekts

Forschungsarbeiten in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein der vergangenen Jahre belegen einen engen Zusammenhang zwischen der zunehmenden Fragmentierung der Lebensräume, der Isolation von Rotwildvorkommen und dem Auftreten von Inzucht. Der Verlust genetischer Vielfalt in isolierten Populationen gefährdet die Anpassungsfähigkeit und langfristige Überlebensfähigkeit des Rotwildes.

Vergleichbare Untersuchungen laufen inzwischen auch in weiteren Bundesländern. Um die genetische Situation des Rotwildes umfassend bewerten zu können, werden diese Untersuchungen nun auf Niedersachsen ausgeweitet. Dabei kommen sowohl bereits etablierte genetische Marker und Methoden zum Einsatz, um die Vergleichbarkeit mit den Datensätzen anderer Bundesländer sicherzustellen, als auch neue Verfahren, die noch detailliertere Einblicke in die genetische Struktur der niedersächsischen Rotwildpopulationen ermöglichen.

Ziele des Projekts sind:

  1. Erhebung der aktuellen genetischen Vielfalt innerhalb der niedersächsischen Rotwildpopulationen.
  2. Quantifizierung des Genflusses zwischen den Rotwildpopulationen in Niedersachsen und den angrenzenden Regionen, um den aktuellen genetischen Austausch zu erfassen und darzustellen.
  3. Identifikation von Barrieren und prioritären Wildtierkorridoren. Durch die Analyse des Genflusses können Landschaftsstrukturen erkannt werden, die den genetischen Austausch behindern. Gleichzeitig lassen sich wichtige Wanderkorridore identifizieren und bewerten.

 

Von der Forschung in die Praxis

Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse sollen konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt und in das bestehende Rotwildmanagement integriert werden. Dabei stehen insbesondere Möglichkeiten zur besseren Vernetzung bestehender Rotwildvorkommen im Fokus, wie sie bereits aus der Wildtiererfassung (WTE) bekannt sind.

Der Erfolg des Projekts hängt weiterhin entscheidend von der Unterstützung der niedersächsischen Jägerinnen und Jäger ab. Besonders aus Randbereichen von Rotwildvorkommen sowie aus kleineren Teilpopulationen werden noch zusätzliche Proben benötigt.

Video: Rotwildgenetikproben einsenden

Kontakt

   

Dr. Julian Laumeier, Prof. Dr. Dr. habil. Gerald Reiner

Arbeitskreis Wildbiologie der Justus-Liebig-Universität Gießen, Tel.:01523 4055240 oder julianlaumeier@gmx.de

Reinhild Gräber

Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW), Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover/Landesjägerschaft Niedersachsen, Tel.: 0511 856 7557 oder reinhild.graeber@tiho-hannover.de

Prof. Dr. Niko Balkenhol

Abt. Wildtierwissenschaften, Georg-August-Universität Göttingen, nbalken@gwdg.de

© Landesjägerschaft Niedersachsen · Schopenhauerstraße 21 · 30625 Hannover · Tel.: (0511)53043-0 · Email: info(at)ljn.de
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