Wildschaf in Niedersachsen

Das Europäische Mufflon wird jagdlich als Muffelwild oder kurz als Muffel betitelt. Die aus Sardinien und Korsika stammende westlichste und kleinste Unterart des Mufflons ist in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet stark gefährdet. Mufflons leben außerhalb der Brunftzeit meist nach Geschlechtern getrennt in Rudeln zusammen. Die Brunft findet im Oktober/November statt. Im März/April werden dann ein bis zwei Lämmer geboren.

Die seitlich am Kopf angeordneten Lichter ermöglichen scharfes Sehen mit einem großen Sichtfeld und deuten darauf hin, dass Muffelwild lichtaktiv ist und übersichtliches Gelände bevorzugt. Muffelwidder tragen Horngebilde, die ab einer gewissen Länge eine korkenzieherartige Form ausbilden. Diese so genannten Schnecken stellen Rammwaffen dar und werden in Turnierkämpfen zwischen den Widdern eingesetzt.

Die Schafe hingegen bilden gar keine oder nur ganz geringe Horntüten als Kopfschmuck. Nur 5 bis 10 % der Schafe weist Hörner auf. Muffelwildlämmer tragen noch keine Hornansätze. Die Hörner weisen  unterschiedliche Formen von Ring- und Wulstbildungen auf. Man unterscheidet Jahresringe und Schmuckwülste, von denen sich das Alter der einzelnen Individuen ableiten lässt. 

Die Aktivitätsphasen des Muffelwildes sind von der Tages- und der Jahreszeit sowie der Witterung abhängig. Die Hauptaktivitätsphasen lassen sich in der Morgen- und Abenddämmerung nachweisen. In den Sommermonaten dagegen ist die Aktivität des Muffelwildes aufgrund der hohen Temperaturen und grundsätzlich auch bei starkem Niederschlag in Form von Regen deutlich herabgesetzt. Bei hohen Temperaturen bevorzugt Muffelwild schattige Plätze mit guter Rundumsicht. Bei niedrigen Temperaturen hingegen ruht Muffelwild an ruhigen, sonnigen Orten.