Zweispaltig

Vorkommen des Marderhundes in den niedersächsischen Gemeinden

(%-Anteil der Reviere mit gesichtetem Nachweis)

Quelle: Wildtiererfassung Niedersachsen

Quelle der kartografischen Grundlage: Nds. Landesamt für Ökologie Geosum (Geosumserver Nds. Umweltministerium, Stand 2002)

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Marderhundes liegt in Südost Sibirien, China, Nordvietnam, Korea und Japan. Hier kommt er in drei Unterarten vor. Der Marderhund wurde von 1928 bis 1950 im europäischen Teil der ehemaligen Sowjetunion ausgewildert und vergrößert seitdem sein Verbreitungsgebiet über ganz Europa.

In der Zeit von 1935 bis 1984 wurde ein Arealgewinn von 1,4 Mio km² bei einer jährlichen Ausbreitungsgeschwindigkeit von 37 000 km² ermittelt. Die durchschnittliche Expansionsgeschwindigkeit des Enok liegt nach Untersuchungen aus Finnland bei 40 km pro Jahr. Bis zur Mitte der 70er Jahre hatte der Marderhund bereits den Süden und die Mitte Finnlands besiedelt. Heute ist die Marderhunddichte dort größer als die des Rotfuchses. 

Auch in Niedersachsen nimmt die Verbreitung des Marderhundes eine rasante Geschwindigkeit an. Vergleicht man die Populationsentwicklung von 2004 bis heute sieht man deutlich, wie der Vertreter aus Asien über den Osten das niedersächsische Areal erobert. In nur wenigen Jahren sind die Vorkommen von 0 auf über 30 (zum Teil 80) % in den Revieren gestiegen.  

In unserer heutigen Kulturlandschaft haben Marderhunde keine natürlichen Feinde. Untersuchungen haben ergeben, dass Marderhunde in Gegenden überleben können, in denen Schnee nicht mehr als 175 Tage den Erdboden bedeckt und die Durchschnittstemperatur über 1 bis 2 °C liegt.