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Auf dem Vormarsch...

Der Marderhund wird auch Ussurischer Waschbär oder Enok genannt. Er gehört zoologisch zu den Hundeartigen (Canidae). Die Körperlänge des Marderhundes beträgt etwa 60 cm bei  ca. 30 cm Schulterhöhe. 

Er wird bis zu 8 kg schwer. Über seinen zottigen graubraunen Pelz zieht sich ein braunschwarzes Rückenband. Auffallend ist sein Gesicht mit den kleinen Ohren, dem beiderseits wegstehenden Backenbart und den schwarzen Wangenflecken.

Den Marderhund zeichnet seine außergewöhnlich hohe Reproduktionsleistung aus, die in erster Linie von den jeweiligen klimatischen Bedingungen abhängig ist. Aus durchschnittlich 5 - 7, in Einzelfällen bis zu 16 Welpen, kann der Wurf des Marderhundes bestehen. Die Rüden beteiligen sich direkt nach der Geburt an der Pflege und Aufzucht der Jungen. Dies ermöglicht der Fähe viel Zeit mit der Suche nach Nahrung zu verbringen um den hohen Energiebedarf für die Milchproduktion zu decken. Die monogamen Marderhunde leben in sehr enger Bindung. Fähe und Rüde schlafen die meiste Zeit gemeinsam in der gleichen Deckung und gehen, außer während der Welpenaufzucht, auch zusammen auf Nahrungssuche.

Marderhunde bleiben mit ihrer Fähe im einmal gewählten Kerngebiet, das bis zu 700 ha groß sein kann. Untersuchungen aus Mecklenburg-Vorpommern, Japan und Finnland haben ergeben, dass sowohl die Aktionsräume (Home- Range) verpaarter Individuen wie auch benachbarter Paare deutlich überlappen. Eine ausgeprägte Territorialität der Marderhunde konnte in keiner Untersuchung nachgewiesen werden. 

Als Habitat werden feuchte und unterwuchsreiche Laub- und Mischwälder bevorzugt. Im Gegensatz zum Waschbären klettern Marderhunde kaum. Als Lager werden alte Dachs- und Fuchsbaue, Wurzeln, Heuschober, Reisighaufen und Schilfnester genutzt. 

Marderhunde sind Allesfresser und deshalb ist Nahrung stets verfügbar, außerdem ist der Gehör- und Geruchssinn hervorragend ausgebildet. Sie verlassen ihr Versteck erst nach Einbruch der Dunkelheit und gehen dann auf Jagd. Bei nächtlichen Streifzügen wandern sie weit umher. Die Beute besteht aus Nagetieren, Fröschen, Fischen und Insekten. Marderhunde haben eine Vorliebe für alle Arten von Lurchen, nehmen aber auch gerne Aas, Beeren, Früchte und die Eier von Bodenbrütern. Mancherorts werden sie auch Fasanen, Hühnern und Rehkitzen gefährlich. Mitunter richtet er Schaden in Gemüse- und Weinkulturen an. Marderhunde können nicht bellen, an Lautäußerungen hört man von ihnen Schnarren, Knurren, Winseln und Miauen.  

Untersuchungen aus Nordeuropa haben ergeben, dass Marderhunde in strengen Wintern Winterruhe halten und so die für sie kritische Jahreszeit gut überstehen.