Zweispaltig

Listig und schlau  

Meist rettet er sich durch seine Schlauheit aus nahezu ausweglosen Situationen, gleichzeitig nutzt er diese Schlauheit aber auch, um von anderen zu profitieren. Aber seine Geschichten haben eines gemeinsam: Immer wird der Fuchs als schlau, habgierig und widerspenstig dargestellt.

Der Rotfuchs ist der Fuchs in Mitteleuropa. Er ist der einzige mitteleuropäische Vertreter der Füchse. Er zählt zur Familie der Hunde und ist in Europa der häufigste Wildhund.

Der Rotfuchs ist ein relativ anspruchsloser Allesfresser. Generell nimmt er mit dem Vorlieb, was leicht zu erbeuten ist und einen hohen Energiegehalt bietet (opportunistische Ernährung). Bei Bestandsschwankungen der Beutetiere stellt der Fuchs seine Ernährung kurzfristig um. Die Nahrungszusammensetzung kann sich somit lokal stark unterscheiden. Füchse können bei kurzfristigem Überangebot an Nahrung Vorräte anlegen, die sie vergraben und mit ihrem hervorragenden Geruchssinn wieder aufspüren können. Das Nahrungsspektrum ist vielfältig und erstreckt sich von Regenwürmern über Insekten, Kleinsäuger, Vögel und anderen Vertebraten bis zu großen Säugetieren. Des Weiteren nutzen Füchse Aas, Abfall und in der entsprechenden Jahreszeit Früchte als Nahrung.

Mit etwa 10 Monaten wird der Rotfuchs geschlechtsreif. Füchse paaren sich nur einmal im Jahr in der Ranzzeit. Nur wenige Tage bleiben dem Rüden, um sein Genmaterial erfolgreich weiterzugeben. Der Rüde ist von Dezember bis Anfang März befruchtungsfähig, die Fähe hingegen nur zwei bis drei Tage im Januar/Februar (manchmal März). Um den genauen Zeitpunkt nicht zu verpassen, folgt der Rüde über einen längeren Zeitraum einer auserwählten Fähe. Da mehrere Begattungen den Erfolg der Befruchtung erhöhen, paart sich der Rüde je nach Populationsdichte auch noch mit anderen Fähen bzw. die Fähen mit mehreren Rüden. Das führt dazu, dass ein Wurf Jungfüchse auch verschiedene Väter haben kann.

Grundsätzlich muss davon ausgegangen werden, dass während oder nach der Geburt einige Welpen verenden, so dass die Zahl der Welpen, die den Bau nach vier bis sechs Wochen verlassen, etwas geringer ist als die Anzahl der Geborenen und so dem Durchschnittswert der Literatur von 4,3 Welpen entspricht (LABHARDT 1990, MACDONALD 1993).

Da die natürlichen Feinde des Fuchses heute fehlen und das Hauptregulativ, die Tollwut, durch den Menschen erfolgreich bekämpft wurde, kommt es vielerorts zu Übervermehrungen. Die natürlichen Räuber-Beute-Beziehungen und ihre Wechselwirkungen untereinander können heute nicht mehr uneingeschränkt vorausgesetzt werden, da der Fuchs vor allem in der Nähe menschlicher Siedlungen immer mehr von dem profitiert, was der Mensch ihm übrig lässt. Eine Selbstregulation findet deshalb beim Fuchs nicht mehr in ausreichendem Maße statt.

Der Fuchs gehört zu den Gewinnern unserer Kulturlandschaft und kommt flächendeckend in ganz Niedersachsen vor.