Schaufler im gefleckten Jugendkleid

Damwild unterscheidet sich von den übrigen Hirscharten durch augenfällige Merkmale. Seine Jugendzeichnung, die Punktung der Decke, behält es in der Sommerzeit sein ganzes Leben lang bei.

Der lange Wedel erinnert an den nordamerikanischen Weißwedelhirsch. Auffällig ist auch der Größenunterschied der Geschlechter, der als Geschlechts- oder Sexualdimorphismus bezeichnet wird. Schaufler können fast doppelt soviel wiegen, wie die weiblichen Alttiere. Das Damwild hat gut ausgeprägte Wahrnehmungssinne: es kann sehr gut sehen, hören und riechen (der Jäger sagt äugt, vernimmt und windet sehr gut).

Eine weitere Besonderheit ist die Fortbewegung. Neben den bekannten Bewegungsarten Schritt, Trab und Galopp zeigt das Damwild während der Flucht so genannte Prellsprünge. Hierbei springt das Tier mit allen vier Läufen gleichzeitig in die Luft. Hierdurch orientiert sich das Tier und macht gleichzeitig andere Rudelmitglieder auf besondere Vorkommnisse aufmerksam. 

Damwild lebt bevorzugt in lichten Waldbeständen mit hohem Anteil an Wiesen, Feldern und üppiger Bodenvegetation. Auf den Freiflächen findet es sich in ruhigen Gegenden nicht selten auch tagsüber zum Äsen und Ausruhen zusammen, bevor es die angrenzenden Wälder als Einstände (Rückzugszone) aufsucht.  

Die Damwildbrunft beginnt Anfang Oktober und erreicht zum Ende des Monats den Höhepunkt. Die soziale Struktur ähnelt der des Rotwildes. Auch das weibliche Damwild bildet Familien, die sich zu Rudeln zusammenfinden. Gleiches Verhalten zeigen auch die mehrjährigen Hirsche. Diese Rudel lösen sich zur Brunft auf. Im Gegensatz zum Rotwild zieht das Kahlwild (die weiblichen Tiere) zu den Brunftplätzen der Hirsche, die auf diesen Plätzen so genannte Brunftkuhlen schlagen. Untersuchungen haben ergeben, dass Damwild über einen langen Zeitraum immer wieder dieselben Brunftplätze aufsucht. So konnte an verschiedenen Plätzen für einen Zeitraum von 50 Jahren Brunftgeschehen nachgewiesen werden.

Der Schrei des Damhirsches ist nicht von der gleichen Ausdrucksfähigkeit, wie der des Rothirsches. Er ist als rasselnd, schnarrend oder rülpsend zu umschreiben. Damwild schreit bevorzugt in den Morgen- und Abendstunden, weniger in der Nacht.