Kolkrabe  (Corvus corax)

Verbreitung

Populationsdichte des Kolkraben (Brutpaare/ km² Jagdbezirkfläche) in den niedersächsischen Gemeinden

Quelle: Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE)

Mitte des letzten Jahrhunderts erreichten die Kolkraben Populationen aufgrund intensiver Bejagung und Verfolgung durch den Menschen in ganz Europa ihren absoluten  Tiefpunkt. Dank nachlassender Verfolgung und unterstützender Wiederansiedlungsprojekte breitete sich der Kolkrabe nach 1945 wieder aus und besiedelte Teile Mitteleuropas, in denen er zuvor ausgerottet war. Bis heute werden Zunahmen in den Beständen festgestellt und die Ausbreitung im westlichen Europa setzt sich fort, so dass die Art heute als weltweit ungefährdet gilt.
Die Wende der Besatzentwicklung kam in Niedersachsen nach 1945. Nachdem nur noch 5 Brutpaare in ganz Niedersachsen erfasst wurden, erholten sich die Bestände durch Wiederansiedlung zusehends. Von Schleswig-Holstein ausgehend erfolgte die Wiederbesiedlung insbesondere in der Stader Geest und in den nordöstlichen Teilen der  Lüneburger Heide. Die Ausbreitung östlich der Weser ging deutlich schneller voran als westlich der Weser. So wurde die südliche Landesgrenze über die Allerniederung (1950er Jahre), das Harzvorland und die Leineniederung um das Steinhuder Meer (1960er Jahre) in den 1980er Jahren erreicht.

Kolkraben halten sich gerne in größeren, geschlossenen und ruhigen Waldgebieten mit angrenzenden Feldern auf. Hier ist er, beziehungsweise das Paar in Einehe, lange standorttreu. In Niedersachsen entdeckt man ihn hauptsächlich in der östlichen Hälfte des Landes. Die westliche Landschaft beherbergt den Kolkraben selten. Wie in der Karte zu sehen, sind vor allem die östlichen Teile Niedersachsens besiedelt. In der Entwicklung der letzten Jahre schwanken die Populationsdichten wellenförmig; es gibt immer wieder leichte Zu- und Abnahmen.    

Grundsätzlich ist der Kolkrabe sehr anpassungsfähig, was seinen Lebensraum betrifft. Sowohl Hochgebirge, als auch Wälder oder offene Landschaften und sogar Halbwüsten werden von ihm bewohnt. Zunehmend kommt er auch in siedlungsnahe Bereiche, sogar bis in die Großstädte hinein.

© Landesjägerschaft Niedersachsen · Schopenhauerstraße 21 · 30625 Hannover · Tel.: (0511)53043-0 · Email: info(at)ljn.de
Datenschutzerklärung   Kontakt / Impressum