Zweispaltig

Europaweit Spitze bei der Erfassung von Wildtierbeständen

Niedersachsens Jägerinnen und Jäger sind europaweit Spitze bei der flächendeckenden Erfassung von Wildtierbeständen! Das wichtigste „Werkzeug“ hierbei ist die Wildtiererfassung in Niedersachsen (WTE). Im Jahr 1991 von der Landesjägerschaft Niedersachsen initiiert, wird dieses Programm seither kontinuierlich in Niedersachsen durch die Jägerschaft durchgeführt. Seit mittlerweile 26 Jahre beteiligen sich jährlich bis zu 8.000 Revierinhaber an diesem Wildtiermonitoringprogramm und gewährleisten so eine hohe Beteiligungsrate von über 80%.

Parallel zu der hohen Beteiligung ist auch die flächendeckende Einschätzung und Beurteilung von Wildtierbeständen gesichert, da durch die teilnehmenden Reviere fast 90% der bejagbaren Fläche Niedersachsens abgedeckt werden. Ein weiteres Spezifikum:  Der große Artenkatalog zu dem kontinuierlichen Daten gesammelt und ausgewertet werden – wie Rebhuhn oder Feldhase. Zusätzlich zu den „Kernarten“ der WTE werden andere Wildarten turnusmäßig oder sporadisch erfasst und evaluiert – zu fast allen Wildarten existieren so Daten zu ihrem Vorkommen oder ihrer Populationsdichte.

Insbesondere die Kombination aus diesen Faktoren, also der langfristige Zeithorizont, die hohe flächendeckende Abdeckung und Beteiligungsrate sowie der umfassende Artenkatalog und die wissenschaftliche Evaluierung machen die Daten aus der WTE zu einem einzigartigen Datenpool.   

Der Erfolgsgarant dieses  Wildtiermonitoringprogramms sind  die motivierten und fachkundigen Jäger vor Ort. Die hohe Qualität der Daten aus der WTE wird u.a. durch die Kooperation mit dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule gewährleistet. So werden die Daten wissenschaftlich geprüft und ausgewertet. Einschätzungen zu verschiedenen Wildarten werden laufend wissenschaftlich evaluiert und die Erfassungsmethoden verbessert (Hasenzählung, Schalenwilderfassung oder die Rebhuhnzählung).

Die WTE ist zum Vorbild für viele andere Wildtiermonitoringprogramme geworden, unter anderem für das bundesweite Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) im Rahmen dessen der Deutsche Jagdverband Daten aus den Ländern bundeslandübergreifend zusammenfasst und dokumentiert.

Auf europäischer Ebene werden in verschiedenen Ländern meist eher langfristige Erfassungen zu einzelnen ausgewählten Wildarten durchgeführt, wie z.B. das Hasenmonitoring in der Schweiz. Auf einem hohen Niveau ist das Finnish Wildlife Triangle Scheme. Dieses Programm startete bereits 1986 und zählt auf 1500 Probeflächen- verteilt über ganz Finnland- im Winter und Sommer alle beobachteten Tiere.

Grundsätzlich unterscheiden sich Wildtiererfassungsprogramme der Jäger von Konzepten anderer Vereinigungen oder Verbände durch die Kombination ihrer hohen fachlichen Expertise, die wissenschaftliche Evaluation, den großen, zusammenhängenden Artenkatalog sowie ihre hohe flächendeckende Abdeckung und Beteiligungsrate.