Zweispaltig

Rothirsche in Niedersachsen

©Rolfes/DJV

Das Rotwild ist die größte einheimische Hirschart. Ab Mitte September beginnt die Brunft bei den Rothirschen. Sie gibt ihm die Gelegenheit Präsenz und Stärke zu zeigen, seine Rivalen zu provozieren und – natürlich – die weiblichen Tiere zu beeindrucken.  

Hirsche sind polygame Tiere, d.h. nicht der König der Wälder bildet einen Harem um sich herum, sondern er selbst nähert sich einem bereits bestehenden Rudel, um deren weibliche Mitglieder er sich dann bemüht. Er bleibt in ihrer Nähe, folgt ihnen auf Schritt und Tritt und holt die Tiere zurück, die sich entfernen.

Selten verläuft die Kür des „Platzhirschen“ dabei einvernehmlich und harmonisch: Eine klare Hierarchie entsteht auf Grund von Einschüchterungsritualen, Scheinangriffen und manchmal auch heftigen Kämpfen.  Zu den – vergleichsweise –  noch harmlosen aber dennoch sehr beeindruckenden Einschüchterungsritualen gehört der Brunftschrei. Dieser  besteht aus einem gutturalen Röhren oder Orgeln, das zwischen dem Knurren eines Löwen und dem Muhen einer Kuh liegt. Das Brunftgeschrei bildet eine eigentliche Sprache mit wechselnder Tonlage, unterschiedlicher Frequenz und Intensität.  Ein sehr erregter Hirsch stösst bis zu 500 Schreie pro Stunde aus. Nicht zuletzt ist es dieses weithin zu hörende Röhren, dass die Rotwildbrunft zu einem so besonderen Naturschauspiel macht.

Da der Hirsch in der Brunft praktisch aufhört, Nahrung zu sich zu nehmen, verliert er deswegen bis zu 20% seines Gewichts. Denn Brunftzeit bedeutet für den Rothirsch auch Stress: Um Ihre Aggressivität abzubauen suchen sie öfter Suhlen auf, um Schlammbäder zu nehmen. Sie attackieren Bäume und Büsche mit ihrem Geweih, gehen auf Baumstrünke los, reiben sich an jungen Bäumen und wühlen den Boden auf.

Rotwild lebt in Rudeln: Die soziale Kerneinheit besteht aus Alttier, Schmaltier oder Schmalspießer und Kalb. Diese Mutterfamilien (Gynopädium) schließen sich zu Kahlwildrudeln zusammen.

Hirsche ab dem zweiten Lebensjahr bilden in der Regel Junggesellenrudel, die, mit Ausnahme der Brunft, das ganze Jahr über bestehen. Ältere Hirsche sind manchmal allein oder in nur kleinen Gruppen anzutreffen.

In Niedersachsen existieren größere Vorkommensgebiete des Rothirsches in der Lüneburger Heide, im Harz und im Solling.

Biologie

Könige der Wälder

Der Brunftschrei des Rothirsches hat seit jeher die Menschen fasziniert, für viele Naturfreunde ist das Erleben der Rotwildbrunft ein ganz besonderer Höhepunkt im Jahr. Mitte September ist Brunftzeit und man kann die männlichen Exemplare des Rotwildes schon frühmorgens beim Röhren im Wald vernehmen. Das laute...  Weiterlesen

Verbreitung in Niedersachsen