Zweispaltig

Hege

Nicht unerheblich sind die Schäden an den Uferböschungen der Gewässer und Deiche durch deren Unterwühlung. Die Unterhaltungs- und Pflegeverbände 99 Untere Hase und 101 Ems 2 sind z.B. aufgrund dieser Schäden dazu übergegangen, Abschussprämien für Nutrias einzuführen. Die Organisation und Auszahlung der Prämien erfolgt durch Ansprechpartner in den Hegeringen vor Ort. Die Abrechnung erfolgt zum Ende eines Jagdjahres und als Erlegungsnachweis dient der Nutriaschwanz.

Laut Literaturangaben sind harte Winter das wichtigste Regulativ und können Populationen stark absenken. Die Anfälligkeit gegenüber niedriger Temperatur war in der Vergangenheit Grund genug anzunehmen, dass nicht mit einer dauerhaften Ausbreitung gerechnet werden müsse. Der Winter 2008/2009 hat beispielsweise an der Speller Aa dazu geführt, dass die Population stark abgenommen hat. Erlegte Nutrias wiesen eindeutige Spuren von Erfrierungen auf, was für eine große Empfindlichkeit gegenüber niedrigen Temperaturen spricht. Die derzeitige Ausbreitung und die anhaltenden Hinweise auf eine Klimaerwärmung lassen allerdings eine andere Entwicklung vermuten.

Die Entwicklung der Nutriabesätze sollte weiterhin kritisch beobachtet werden. Die Entwicklung der letzten Jahre hat gezeigt, dass Nutrias aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit und ihres Vermehrungspotentials in der Lage sind, in kürzester Zeit kopfstarke Populationen aufzubauen. Bisher konnte nicht nachgewiesen werden, dass sie autochthone Tierarten aus ihrem Lebensraum verdrängen. Es stellt sich die Frage was passiert, wenn ein solcher Nachweis erbracht wird.

Bejagung

Entwicklung der Nutriastrecke in Niedersachsen (inkl. Fallwild)

(Anzahl Individuen)

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Die Nutria hat in Niedersachsen ganzjährig Jagdzeit. Unberührt hiervon bleibt die Elterntierregelung (Muttertierschutz) nach Paragraph 22 Abs. 4 Bundesjagdgesetz.

In Niedersachsen wurden Nutrias im Jahr 2001 in die Liste der jagdbaren Tierarten aufgenommen und schon im Jagdjahr 2002 wurden niedersachsenweit Nutrias erlegt. Die offizielle Streckenstatistik hat sich bis 2008 nahezu versechsfacht.

In Niedersachsen werden in rasanter Entwicklung immer mehr Nutrias erlegt. Fast die Hälfte der Jagdstrecke Niedersachsens wird im Emsland erzielt. Der Rest entfällt auf die Landkreise Lüchow-Dannenberg, Grafschaft-Bentheim, Aurich, Gifhorn, Lüneburg, Diepholz, Cloppenburg, Osnabrück und Wolfsburg.

Die Bejagung der dämmerungs- und nachtaktiven Nutrias erfolgt am effektivsten an Wechseln zu landwirtschaftlichen Kulturen, in denen sie zu Schaden gehen. Alternativ bietet sich die Möglichkeit, sie mit Obst und Gemüse anzukirren.

Auch die Fangjagd mit Lebendfallen hat sich bewährt. Diese werden bevorzugt an Zwangswechseln oder mit Obst und Gemüse bestückt in der Nähe der Baue platziert.