Zweispaltig

Vorkommen des Muffelwildes in den niedersächsischen Gemeinden

(%-Anteil der Reviere mit Stand- und Wechselwild)

Quelle: Wildtiererfassung Niedersachsen

Quelle der kartografischen Grundlage: Nds. Landesamt für Ökologie Geosum (Geosumserver Nds. Umweltministerium, Stand 2002)

Vorkommen in Niedersachsen

Ursprünglich wurde Muffelwild in der Überzeugung angesiedelt, dass es sich um eine Wildart handelt, die sich hervorragend in unsere Lebensgemeinschaft einfügt und den Anforderungen der Land- und Forstwirtschaft gerecht wird. 1903 und 1904 wurden acht Widder und neun Schafe aus Sardinien in ein Gehege in der Görde gebracht. Dieses Gehege wurde im Jahr 1907 aufgelassen. Im Zeitraum 1906 bis 1910 erfolgte die Aussetzung des Muffelwildes im Revier Drahtzug des Forstamtes Harzgerode im Ostharz.

Heute trifft man um diese Gebiete herum, aber auch im Weser-Leine-Bergland, im Göttinger Land und in der Lüneburger Heide auf rund 120 etablierte Muffelwildvorkommen (s. Karte). 

Ursprünglich besiedeln sie offene Gebirgslandschaften mit steinigen, trockenen Böden. Interessanterweise bevorzugen die in Deutschland zu Beginn des 19. Jahrhunderts eingebürgerten Exemplare ebene Lagen mit Waldbewuchs und nicht die gebirgigen Lagen. Trotzdem bleibt das Fluchtverhalten an die gebirgigen Lagen angepasst (Flucht in unzugängliche Felswände) und das Muffelwild wird aufgrund der kurzen Fluchten häufig Opfer großer Beutegreifer. Nicht selten führt dies zur Auslöschung ganzer Populationen.