Hege

Das Auftreten der Moderhinke, welches in erster Linie auf nicht artgerechte Standorte zurückgeführt wird, ist Grund für die immer häufiger laut werdende Forderung, das Muffelwild aus Tierschutzgründen zu eliminieren.
In der Praxis gibt es Beispiele dafür, dass vermutlich nicht allein der Standort für diese Schalenerkrankung ausschlaggebend ist. In Brandenburg und der Magdeburger Börde lebt Muffelwild auf weichen Sand- und Lössböden. Hier wirken sich die Standorte nicht negativ auf die Schalen aus.

Muffelwild zählt zu den Rauhfutterfressern und ist sehr genügsam. Verbiss an Gehölzen tritt vor allem in Zeiten von Futternot (hohe Schneelagen) oder häufigen Störungen und dem damit einhergehenden eingeschränkten Aktionsradius auf. Aufgrund der sozialen Lebensweise kann dies lokal große Ausmaße annehmen. Dies und die Tatsache, dass es zumeist als Fremdling angesehen wird, ist unter anderem der Grund, warum Muffelwild unter Berufung der Vorgaben der Internationalen Union for Conservation of Natural Ressources (IUCN), der Grundsatzerklärung der Föderation der Natur- und Nationalparke Europas und den Richtlinien für Deutsche Nationalparke in Großschutzgebieten nicht gern gesehen wird.

Bejagung

Entwicklung der Muffelwildstrecke in Niedersachsen (inkl. Fallwild) seit 1958

(Anzahl Individuen)

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Die Jagdzeit für das Muffelwild ist in Niedersachsen vom 01. August- 31. Januar.

Nach wie vor liegt der Schwerpunkt der Muffelwildstrecke in den Landkreisen Schaumburg, Harburg und Goslar. Hier wird mehr als die Hälfte der Muffelwildstrecke in Niedersachsen erzielt.