Zweispaltig plus Randspalte

Fuchsranz im Winter: Wie der Fuchs die Fähe findet

©Rolfes/DJV

Während andere Wildtiere im Winter in einen Energiesparmodus wechseln, gilt für den Fuchs das genaue Gegenteil: Es herrscht Hochbetrieb, denn jetzt ist Ranzzeit – eine der Hauptaktivitätsphasen im Jahreszyklus.

Füchse paaren sich nur einmal im Jahr in der Ranzzeit. Nur wenige Tage bleiben dann dem Rüden, um sein Genmaterial erfolgreich weiterzugeben. Der Rüde ist von Dezember bis Anfang März befruchtungsfähig, die Fähe hingegen nur 2 bis 3 Tage im Januar/Februar (manchmal März).

Die Rüden sind in dieser Zeit ganztägig unterwegs und suchen nach fortpflanzungswilligen Fähen. Duftmarken sind hierbei die ersten Botschaften, die Fähe und Rüde einander senden. Die von den Fähen gesetzten Harnmarken erleichtern dem Rüden das Finden einer paarungsbereiten Fähe. Während der Ranzzeit gibt die Viole – eine Duftdrüse auf der Oberseite der Lunte – einen intensiven veilchenartigen Duft ab.

Aber nicht nur diese Duftmarken sorgen dafür, dass sich Rüde und Fähe finden, auch durch Lautsignale macht sich der Rüde bemerkbar: Das Rufen ähnelt dabei einem heiseren Bellen, kurze „Wau“-Laute, bestehend aus drei bis fünf Silben, die rasch hintereinander ausgestoßen werden und manchmal in einem Kreischen enden. Zu hören ist dieser Ruf eben hauptsächlich zwischen Dezember und Februar. Die Füchsin lässt einen langgezogenen einsilbigen Klageruf ertönen, der sich wie ein "waah" anhört. Die Fähe stößt ihn fast immer im Laufen aus und wirft sich sozusagen mit ganzer Kraft hinein. Auch diesen Ruf hört man vornehmlich während der Ranzzeit –  ob er allerdings gezielt den Rüden anlocken soll, ist wissenschaftlich noch nicht erwiesen.

Zwischen konkurrierenden Rüden, die einer Fähe folgen, aber auch zwischen Rüden und Fähen, kann es in der Ranzzeit zu Beißereien kommen. Bei den Begattungen selbst „hängen“ die Rüden, wie es auch bei anderen Caniden, bspw. Hunden, vorkommt. Die Tragzeit beträgt etwa 52 Tage. Vier bis sechs Welpen werden von März bis April gewölft. Nicht alle Fähen beteiligen sich an der Reproduktion.

Da mehrere Begattungen den Erfolg der Befruchtung erhöhen, paart sich der Rüde je nach Populationsdichte mit mehreren Fähen bzw. die Fähen mit mehreren Rüden. Das führt dazu, dass ein Wurf Jungfüchse durchaus auch verschiedene Erzeuger haben kann.

Wie bei anderen Wildtieren gibt es auch bei Füchsen eine natürliche Mortalität der Welpen, die bei oder kurz nach der Geburt verenden. Die Anzahl der Nachkommen, die den Bau nach vier bis sechs Wochen verlassen, ist somit etwas geringer ist als die Anzahl der tatsächlich Geborenen. So errechnet sich dann auch der Durchschnittswert, der in der wissenschaftlichen Literatur mit 4,3 Welpen pro Wurf angegeben wird.

In der Regel zieht ein Fuchspaar einen Wurf groß und vertreibt dann die Nachkommen, vor allem die des männlichen Nachwuchses. Als sog. Kulturfolger und Gewinner der Kulturlandschaft steigt nicht nur in Niedersachsen die Fuchsdichte. Unzählige Fabeln und Sprichwörter berichten bereits vom Scharfsinn und von der List des Fuchses. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass er sich auch in urbanen Räumen etabliert. Wo der Jäger nicht jagen darf und wo Stadtparks und Mülleimer genügend Nahrung und Raum zum Unterschlupf bieten, fühlt sich der Rotrock pudelwohl. London gilt dabei als die „Fuchshauptstadt“ schlechthin.

Vor allem in England kann man auch folgendes „Fortpflanzungsphänomen“ beobachten: Hier gibt es Gebiete, in denen sich die Füchse in Gruppen zusammenschließen, die aus einem Rüden und bis zu vier oder fünf Fähen bestehen. In diesem Harem hat die älteste Fähe die dominante Rolle übernommen. Nur diese bekommt auch Nachwuchs, denn nur mit ihr verpaart sich der Rüde. Die übrigen Fähen, übernehmen die Ammenrolle, d.h. sie helfen bei der Welpenaufzucht und Bewachung bei Abwesenheit der Elternfähe. Die männlichen Nachkommen hingegen müssen aus der Gruppe abwandern, denn ihnen bliebe ohnehin nur die Fortpflanzung mit ihren Schwesterfähen – Inzucht scheinen Füchse wie überhaupt wildlebende Säugetiere jedoch zu vermeiden.

Biologie

Listig und schlau  

Meist rettet er sich durch seine Schlauheit aus nahezu ausweglosen Situationen, gleichzeitig nutzt er diese Schlauheit aber auch, um von anderen zu profitieren. Aber seine Geschichten haben eines gemeinsam: Immer wird der Fuchs als schlau, habgierig und widerspenstig dargestellt. Der Rotfuchs ist der Fuchs in...  Weiterlesen

Verbreitung in Niedersachsen

Fuchs-Krankheiten

Fuchsräude

In Vergangenheit wurden häufiger an Räude erkrankte Füchse gemeldet. Die Fuchsräude wird durch die Grabmilbe Sarcoptes scabiei verursacht, die häufiger bei soziallebenden Carnivoren (Wolf, Kojote, Hunde) aber auch beim Menschen auftreten kann. Weiter zum Download

Tollwut

Tollwut ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Empfänglich sind alle Säugetierarten und auch der Mensch. Eine Erkrankung an Tollwut führt zum Tod, eine medikamentöse Behandlung ist nicht möglich. Deutschland ist seit 2008 anerkannt frei von Tollwut. Weiter zum Download