Hege

Die Sicherung der Rebhuhnbesätze wird im Wesentlichen davon abhängen, inwieweit es den Jägern und Naturschützern zusammen mit den Landwirten gelingt, geeignete strukturreiche Habitate zu erhalten oder neu anzulegen. In erster Linie sind hier lebensraumverbessernde Maßnahmen wie beispielsweise die Anlage von wildtierfreundlich begrünten Brachen und Brachestreifen, doppelte Reihenabstände beim Getreide im Randbereich der Schläge oder die Überwinterung von Stoppelbrachen zu empfehlen. Lesen Sie dazu auch die Empfehlungen zum Schutz und zur Bejagung des Rebhuhns in Niedersachsen aus 2006 von TILLMANN et al.

Ähnlich wie beim Feldhasen sind auch beim Rebhuhn verschiedene Faktoren für den Bestandsrückgang verantwortlich. Um einen weiteren Rückgang der Besätze zu verhindern, muss an verschiedenen Stellen angesetzt werden.

Auf der Mitgliederversammlung der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. im Jahr 2012 wurde eine Empfehlung beschlossen, zukünftig freiwillig auf die Bejagung des Rebhuhns zu verzichten. Die nach einer Phase der relativen Stabilität seit dem Jahr 2005 wieder rückläufigen Rebhuhnbesätze in Folge schlechter Witterungsverhältnisse und stetig schwindender geeigneter Lebensräume, sind besorgniserregend.
Die überwiegende Mehrzahl der Revierinhaber hatte die Bejagung des Rebhuhns ohnehin bereits ausgesetzt, mit der 2012 gefassten Empfehlung, soll diese vorbildliche Initiative unterstrichen werden.

Bejagung

Entwicklung der Rebhuhnstrecke in Niedersachsen (inkl. Fallwild) seit 1958

(Anzahl Individuen)

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Die Jagdzeit für das Rebhuhnh ist in Niedersachsen vom 16. September - 30. November.

Bei Frühjahrsbesätzen von weniger als 3 Brutpaaren/km² ist eine Bejagung aus wildbiologischer Sicht nicht zu empfehlen. Deshalb hat die Landesjägerschaft Niedersachsen im August 2001 eine Vereinbarung mit dem Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium getroffen und sich verpflichtet darauf einzuwirken, dass bei einer Dichte von weniger als 3 Brutpaaren/km² auf eine Bejagung verzichtet wird. Die Game Conservancy Trust gibt in ihrem Managementkonzept an, dass die Nachhaltigkeit der Bejagung bei einem Herbstbesatz von weniger als 20 Vögel/km² nicht mehr sichergestellt ist. Die Jagd sollte nur auf Ketten, nicht auf Einzelpaare ausgeübt werden. 

Die Bejagung des Rebhuhns wird in Niedersachsen insgesamt sehr umsichtig durchgeführt; in 92 % der Reviere mit Rebhuhnvorkommen wurde auf eine Bejagung verzichtet. Nur in Revieren mit einem Frühjahrsbesatz von mehr als 3 Brutpaaren/km² Feldfläche ist eine angepasste Bejagung bei ausreichendem Zuwachs verantwortbar. In Revieren mit geringeren Besätzen sollte aufgrund der Besatzabnahmen unbedingt auf eine Bejagung verzichtet werden. Ein generelles Verbot der Rebhuhnbejagung ist aus wildbiologischer Sicht nicht sinnvoll, da anhand der WTE-Daten gezeigt werden kann, dass in Revieren mit einer Bejagung die Besatzentwicklung positiver bzw. weniger negativ verläuft als in Revieren ohne Bejagung. Dieser Effekt ist vermutlich auf die intensiveren Hegemaßnahmen in den bejagten Revieren zurückzuführen, da eine Aussicht auf eine Rebhuhnjagd besteht.