Zweispaltig

Balzzeit beim Rebhuhn

Fotonachweis: Seifert/DJV

Rebhühner sind nicht leicht zu beobachten. Ihre kräftige, gedrungene Gestalt mit ihrem braun-grauen Gefieder macht sie zu wahren Tarnungskünstlern in der Feldflur. Jetzt, während der Balzzeit, kann man sie dafür umso besser „verhören“:

Die schnarrenden Rufe des Rebhuhns sind am besten in den frühen Morgen- oder Abendstunden zu hören. Am häufigsten ruft das Männchen während der Balzzeit von Februar bis März. Dieser Ruf klingt wie „kireck kireck kireck“. Bei der Balz stehen die Hähne auf einer Anhöhe oder sitzen auf einem Baum oder Strauch. Sollte sich ein anderer Hahn den Weibchen nähern, kommt es am Boden zum Kampf.

Seinen Namen verdankt das Rebhuhn allerdings einer anderen Lautäußerung, dem gellenden „repreprep“, welches es beim Auffliegen und bei Überraschung ausruft.

Im Winter leben Rebhühner in Gruppen, also einem Volk. Mit Einsetzen der Schneeschmelze beginnen sich diese Gruppen aufzulösen. Rebhähne versuchen während der anschließenden Balzzeit, fremden Gruppen ein Weibchen abzuwerben. Dazu richten sie sich auf und präsentieren mit leicht herabhängenden Flügeln ihre Brust. Hat sich ein Paar gefunden, wird von der Henne ein geeigneter Brutplatz gewählt. Bevorzugt werden Standorte, die schon früh im Jahr einen ausreichenden Sichtschutz bieten. Meist sind dies Flächen mit bestehender Vegetation aus dem Vorjahr.

Die Henne scharrt eine flache Bodenmulde und kleidet sie mit weichen Pflanzenfasern aus. Die Eiablage kann von Mitte April bis Juli erfolgen und ist von der Witterung abhängig. Durchschnittlich legt die Henne 15 Eier, die sie alleine bebrütet. Verlässt die Henne das Nest, deckt sie die Eier mit Halmen und Blättern zu. Der Hahn bleibt während der Brutzeit in der Nähe des Nestes. Beide gemeinsam gehen auf Nahrungssuche.

Von Juli bis August, nach rund 25 Tagen Brutzeit, schlüpfen die Jungen, die mit 13 bis 14 Tagen fliegen können und mit etwa 5 Wochen selbständig sind. Sie bleiben aber bis in den Winter im Familienverband, der „Kette“. Das Rebhuhn beschränkt sich in der Regel auf eine Jahresbrut, bei frühem Gelegeverlust ist jedoch ein Nachgelege möglich. Die Kette bleibt bis ins nächste Jahr zusammen. In strengen Wintern können sich mehrere Familien zur gemeinsamen Nahrungssuche zusammenschließen.

Rebhühner lieben die Abwechslung, ihr Speiseplan ist je nach Jahreszeit sehr unterschiedlich. In den ersten Lebenswochen ernährt sich das Rebhuhn vor allem von Insekten und deren Larven wie Ameisen, kleinen Käfern, Schmetterlingsraupen und Blattläusen. Altvögel bevorzugen pflanzliche Nahrung wie grüne Pflanzenteile, Getreidekörner und die Samen von Wildkräutern. Ausgewachsene Tiere sind etwa halb so groß wie ein Haushuhn. Sie haben einen rostroten Kopf und einen dunklen Fleck auf der Brust. Henne und Hahn unterscheiden sich kaum.

Der Bestand der Rebhühner in Europa ist seit den 1970er Jahren stark zurückgegangen. Als Gründe werden insbesondere der Verlust intakter Lebensräume durch die sich verändernde Agrarlandschaft gesehen: Flurbereinigungen und intensiv bewirtschaftete Flächen machen dem Hühnervogel schwer zu schaffen, da Rebhühner extensiv genutzte Flächen mit guter Deckung bevorzugen. Jägerinnen und Jäger arbeiten hier mit verschiedenen lebensraumverbessernden Maßnahmen wie dem Anlegen von Blühstreifen oder Bracheflächen entgegen. 

 

 

Biologie

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Verbreitung in Niedersachsen