Einspaltig plus Randspalte

Wölfe in Deutschland

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Nach Abschluss des letzten Monitoringjahrs (1.Mai 2016 – 30. April 2017) sind in Deutschland 40 Wolfsrudel, 5 Wolfspaare und 3 residente Einzelwölfe bekannt, welche nach den nationalen Monitoringstandards erfasst wurden.

 

Ursprünglich zählte der Wolf weltweit zu den am weitesten verbreiteten Säugetieren und kam auch in ganz Europa flächendeckend vor. Aufgrund starker Konflikte zwischen Mensch und Wolf wurden die Populationen jedoch stark dezimiert. Deutschland war um 1850 weitestgehend wolfsfrei. Einzelne, in den folgenden Jahren einwandernde Tiere wurden erlegt. Der für Niedersachsen wohl berühmteste Wolf ist der "Würger von Lichtenmoor", der 1948 von Hermann Gaatz erlegt wurde. Seit 1980 gilt der Wolf in Deutschland als streng geschützte Art und mit der Wiedervereinigung 1990 gilt dieser Status auch in Ostdeutschland. So konnte sich 1998 das erste Wolfspaar wieder in Sachsen, im Bereich der Muskauer Heide ansiedeln. Im Jahr 2000 wurden dort die ersten Welpen nachgewiesen.

Als Wolfsländer haben sich mittlerweile sechs Bundesländer etabliert: Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen. Die meisten Tiere leben in Sachsen und Brandenburg.

Die Wiederbesiedlung ist keine aktive Wiederansiedlung sondern nur die natürliche Ausbreitung des Wolfes!

Wolfsmonitoring in Niedersachsen

In Niedersachsen gibt es seit 2006 wieder Hinweise, seit 2007 auch definitive Nachweise für Wolfsvorkommen. Daher wurden 2009 vom Ministerium für Umwelt ehrenamtliche Wolfsberater benannt.

Aktuell
Nach der natürlichen Rückkehr des Wolfes nach Niedersachsen breitet sich das scheue, streng geschützte Wildtier weiter aus. Die Ausbreitung des Wolfes wird wissenschaftlich dokumentiert. Das sogenannte Wolfsmonitoring für das Land Niedersachsen macht die Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) im Auftrag des Niedersächsische Umweltministeriums und in enger Zusammenarbeit mit dem NLWKN als zuständiger Fachbehörde und den über 100 ehrenamtlichen Wolfsberatern. Grundlage für die Zusammenarbeit bietet eine Kooperationsvereinbarung zum Umgang mit dem Wolf in Niedersachsen. 

In enger Abstimmung mit dem Umweltministerium unterstützt die Landesjägerschaft neben den umfangreichen Aufgaben der wissenschaftlichen Begleitforschung das Land nun auch durch die landesweite Koordination und Dokumentation der wissenschaftlichen Erfassung von Wolfshinweisen, das sogenannte Wolfsmonitoring, sowie die Schulung der ehrenamtlichen Wolfsberater und die Information der Öffentlichkeit.

Wölfe unterliegen in Niedersachsen nicht dem Jagd-, sondern dem Naturschutzrecht. Sie gehören durch eine Vielzahl nationaler und internationaler Übereinkommen zu den am strengsten geschützten Arten. Aufgrund geeigneter Habitate, vor allem im Bereich der Lüneburger Heide, aber auch des Wendlandes, in Teilen des Harzes sowie des Weserberglandes, sind in Niedersachsen weitere Wölfe zu erwarten.

Die Entwicklung der deutsch-westpolnischen Population mehrt die Wahrscheinlichkeit, dass mit weiteren einwandernden Wölfen zu rechnen ist.