Zweispaltig

Wolfsmonitoring in Niedersachsen

In Niedersachsen gibt es seit 2006 wieder Hinweise, seit 2007 auch definitive Nachweise für Wolfsvorkommen. Daher wurden 2009 vom Ministerium für Umwelt die ersten ehrenamtliche Wolfsberater benannt.

Nach der natürlichen Rückkehr des Wolfes nach Niedersachsen breitet sich das scheue, streng geschützte Wildtier weiter aus. Die Ausbreitung des Wolfes wird wissenschaftlich dokumentiert. Das sogenannte Wolfsmonitoring für das Land Niedersachsen macht die Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) im Auftrag des Niedersächsische Umweltministeriums und in enger Zusammenarbeit mit dem NLWKN als zuständiger Fachbehörde und den ehrenamtlichen Wolfsberatern. Grundlage für die Zusammenarbeit bietet eine Kooperationsvereinbarung zum Umgang mit dem Wolf in Niedersachsen. 

In enger Abstimmung mit dem Umweltministerium unterstützt die Landesjägerschaft neben den umfangreichen Aufgaben der wissenschaftlichen Begleitforschung das Land nun auch durch die landesweite Koordination und Dokumentation der wissenschaftlichen Erfassung von Wolfshinweisen, das sogenannte Wolfsmonitoring, sowie die Schulung der ehrenamtlichen Wolfsberater und die Information der Öffentlichkeit.

Wölfe unterliegen in Niedersachsen nicht dem Jagd-, sondern dem Naturschutzrecht. Sie gehören durch eine Vielzahl nationaler und internationaler Übereinkommen zu den am strengsten geschützten Arten. Aufgrund geeigneter Habitate, vor allem im Bereich der Lüneburger Heide, aber auch des Wendlandes, in Teilen des Harzes sowie des Weserberglandes, sind in Niedersachsen weitere Wölfe zu erwarten.

Die Entwicklung der deutsch-westpolnischen Population mehrt die Wahrscheinlichkeit, dass mit weiteren einwandernden Wölfen zu rechnen ist.

Meldesystem in Niedersachsen

Haben Sie in Ihrer Umgebung Spuren, Losungen oder Risse gefunden, die auf einen Wolf hinweisen oder einen Wolf gesehen?

Dann kontaktieren Sie uns, nutzen Sie den Onlinebogen (hier) oder die Protokollbögen, die Sie uns ausgefüllt per E-Mail
oder per Post zu schicken können!

Kontakt:
Landesjägerschaft Niedersachsen e.V
E-Mail: wolf(at)ljn.de
Telefon: 0511-530 43 -0

Wolfsspuren

Wo Wölfe im Revier unterwegs sind, hinterlassen Sie auch Spuren. Diese können dazu dienen, die Tierart nachzuweisen und Streifgebiete einzelner Tiere zu erfassen. Eine genaue Dokumentation der Spuren ist wichtig, um sie für das Monitoring nutzen zu können!

Fährte

Wölfe laufen oft im geschnürten Trab. Dabei setzen sie, wie der Fuchs, die Hinterpfoten in die Trittsiegel der Vorderpfoten. Schrittlänge (1,10-1,50m), Trittsiegelgröße (8-10cm) und Fährtenlänge (mind. 100m) sind für die Identifikation ausschlaggebend.

Protokolldownload:

Losung

Wölfe markieren ihr Revier durch das Absetzen von Losung oder Urin. Die Losung wird daher gerne exponiert auf Wegen abgesetzt. Sie enthält oft Haare, Schalenreste, Knochen oder Zähne. Frische Losung kann für DNA-Analysen genutzt werden.

Protokolldownload:

Riss

Es ist viel Erfahrung notwendig, um einen Wolf als Urheber eines Risses nachzuweisen. Oft verschleiern Nachnutzer wie Fuchs, Kolkrabe oder Schwarzwild das Bild. Bei Rissmeldungen ist es daher wichtig, den Fundort nicht zu verändern!

Protokolldownload:

Sichtbeobachtungen /Fotofallenbilder

Bei einem Ansitz kann es durchaus vorkommen, dass ein Wolf in freier Wildbahn gesichtet wird. Meldungen solcher Begegnungen sind sehr hilfreich, um die Streifgebiete der Tiere erfassen zu können.

Auch Bilder von Fotofallen können als Nachweis dienen.

Protokolldownload: