Zweispaltig

Hege

Die Besiedlung der Stadtgebiete wird dem Fuchs durch seine Anpassungsfähigkeit erleichert. In den Siedlungsgebieten sind die Besatzdichten oft um ein Vielfaches höher als in ländlichen Bereichen. Die Gefahr durch Zoonosen für den Menschen durch die unmittelbare Nähes des Fuchses werfen Fragen zum Umgang mit Stadtfüchsen sowie ein Management von Stadtpopulationen auf. Die Tollwut als Hauptregulativ für den Fuchs wurde erfolgreich bekämpft und natürliche Feinde fehlen heutzutage.

 

Fuchsmanagement

Im Rahmen des Projektes Fuchsmanagement (VOIGT, IWFo) wurden umfangreiche Untersuchungen zur Reproduktionsleistung bei Fuchsfähen in Niedersachsen durchgeführt. 

Durch das Auszählen so genannter Plazentanarben in den Gebärmüttern von Altfähen, die bis zu einem Jahr nach der Geburt als dunkle Banden im Uterus mit bloßem Auge zu erkennen sind, können Rückschlüsse auf die Wurfgröße der letzten Heckzeit gezogen werden. Danach gebärt die Hälfte aller tragenden Fähen zwischen 4 und 6 Welpen pro Jahr, im Durchschnitt sind es 4,9 Welpen. Aus diesen Ergebnissen lassen sich keine regionalen Unterschiede in der Reproduktionsleitung beim Fuchs erkennen, d. h. die Fähen der Watten und Marschen produzieren genau so viele Nachkommen wie ihre Artgenossen im südlichen Niedersachsen. Bemerkenswert ist das enorme Reproduktionspotential bei etwa 20 % der Fähen mit 6 bis 9 Welpen pro Jahr (VOIGT 2004).

Bejagung

Entwicklung der Fuchsstrecke (inkl. Fallwild) seit 1958

(Anzahl Individuen)

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Die Jagdzeit des Fuchses in Niedersachsen ist vom 16. Juni - 28. Februar, Jungfüchse können das ganze Jahr über bejagt werden.

Die Jungfuchsbejagung genießt in den traditionellen Niederwildgebieten im Norden und Westen Niedersachsens einen hohen Stellenwert, denn hier ist die Motivation zur Niederwildhege nahezu flächendeckend vorhanden. Gemäß nebenstehender Karte werden hier im Mittel 2,4 Welpen pro Geheck erlegt, so dass der Populationszuwachs aus territorialen Gehecken um mehr als die Hälfte allein durch diese frühzeitig angewandte Bejagungsmethode reduziert wird. Untersuchungen aus der DDR in den 1970er Jahren belegen eindeutig, dass allein mit dieser Jagdmethode eine Reduktion des Fuchsbesatzes herbeigeführt werden kann sofern sie konsequent und flächendeckend durchgeführt wird. Obwohl diese Jagdart emotional negativ belastet ist, ist sie doch aus der heutigen Sicht der Niederwildhege und aus Gründen des Artenschutzes zwingend notwendig geworden und fordert einen noch größeren Handlungsbedarf in vielen Revieren Niedersachsens.

Besonders für das Niederwild bedeutsam ist in diesem Zusammenhang nicht der Anteil der Bejagungsarten an der Gesamtstrecke, sondern der Einfluss der Jagdarten auf den Populationszuwachs beim Fuchs. Neben der bereits erwähnten Jungfuchsbejagung am Bau ist vor allem die winterliche Baujagd als ein wesentliches Reduktiv für den jährlichen Populationszuwachs anzusehen. Die bei dieser Jagdart erlegten Fähen nehmen nicht mehr am Reproduktionsgeschehen teil. Dadurch haben sie gegenüber den Einzelabschüssen von Jungfüchsen im Sommer einen vier mal so hohen Stellenwert. Die einzelnen Jagdarten werden in den Naturregionen Niedersachsens unterschiedlich effektiv durchgeführt.